Vor 60 Jahren verschüttete eine Eislawine die Baustelle am Mattmark Staudamm. 88 Arbeiter:innen sterben, viele von ihnen sind Saisonniers. Das Gericht spricht sieben Jahre später sämtliche Beteiligten frei. Heute weiss man: Die Katastrophe war vorhersehbar.
Während in der Schweiz die Erinnerung an die Katastrophe schnell verblasste, war in Italien die Empörung und auch die Trauer riesig. Dies drückt auch das Lied Mattmark aus, gesungen von Gruppo Culturale Italo Svizzera Brüttisellen. Weiter unten steht es zum Download zur Verfügung.
Anfang August erschien im Rotpunktverlag ein neues Buch zu der Katastrophe von Mattmark: Mattmark 1965, Erinnerungen, Gerichtsurteile, italienisch-schweizerische Verflechtungen.
Herausgegeben hat das Buch die freischaffende Historikerin Elisabeth Joris. Sie forschte in einem Themenbereich, der bisher kaum Beachtung fand: Die Rolle der Frauen auf der Mattmark Baustelle. Im Beitrag spricht sie über die Erkenntnisse aus ihrer Forschung.
Im Buch kommen auch andere Autoren zu Wort. Neben Zeitzeugen auch der Journalist Kurt Marti, der 50 Jahre nach dem Urteil Einsicht in die Prozessakten nahm.